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Das Modellprojekt "Ich kann lesen" im Überblick

  i-punkt
Institut für Lese-
Rechtschreibförderung

Hubertistr. 21
48155 Münster
Teil.: 0251 - 63 211

Kooperationspartner:

  • Grundschule an der Hohenzollernstraße, Recklinghausen
  • Förderverein e.V. der Grundschule an der Hohenzollernstraße
  • i-punkt Institut für Lese-Rechtschreibförderung
  • Finanzierung durch die "Aktion Mensch"
Schlüsselqualifikation Lesen

Das Lesen und Verstehen von Texten gehört zu den Schlüsselqualifikationen in einer sich zunehmend auf Bildung stützenden Gesellschaft. Leider weist eine erhebliche Zahl der Schülerinnen und Schüler an deutschen Schulen gerade in diesem Bereich große Defizite auf. Die PISA-Studie zeigt auf, dass 23% aller 15-Jährigen selbst einfachere Texte kaum oder gar nicht lesen und verstehen können. Diese Schülerinnen und Schüler haben so gut wie keine Chance sich erfolgreich in Gesellschaft und Arbeitswelt einzugliedern.

Frühzeitiges Erkennen und Handeln

Wir sind überzeugt, dass der Schlüssel zur Lösung des Problems im frühzeitigen Erkennen und Behandeln von Leseschwierigkeiten liegt. Beim PISA-Sieger Finnland wird genau das seit Jahren erfolgreich gemacht. Dort sind an jeder Schule speziell ausgebildete Experten tätig, die bei Leseschwierigkeiten rechtzeitig diagnostisch und pädagogisch intervenieren. Mit individuell angepassten und zielgerichteten Fördermaßnahmen werden Entwicklungsrückstände so weit wie möglich aufgeholt.

Es gilt das Prinzip: Kein Kind wird fallengelassen

Wir bringen in Recklinghausen ein Modellprojekt auf den Weg, dass sich an diesem erfolgreichen finnischen Konzept orientiert. Die dreizügige Grundschule an der Hohenzollernstraße bietet als offene Ganztagsschule die notwendigen zeitlichen und räumlichen Voraussetzungen zur erfolgreichen Durchführung des Projekts. Im Januar/Februar 2006 führen wir dort eine Lese- und Rechtschreibdiagnostik bei allen Schülerinnen und Schülern der 2. und 3. Klassen durch. Die Kinder mit den größten Schwierigkeiten erhalten nachmittags im Rahmen der Ganztagsbetreuung wöchentlich eine zielgerichtete, individuell angepasste Leseförderstunde durch eine speziell ausgebildete Fachkraft. Im Laufe eines Jahres sollen diese Kinder so weit wie möglich an den Klassendurchschnitt herangeführt werden. Wir möchten, dass jedes Kind die Unterstützung findet, die es braucht, um erfolgreich lesen zu lernen.

Der Recklinghäuser Lese- Schreibaufbau

Als pädagogisch-psychologischer Kooperationspartner fungiert das i-punkt Institut für Lese- Rechtschreibförderung in Recklinghausen. Dort ist der Recklinghäuser Lese- Schreibaufbau entwickelt worden, der den Lernschwierigkeiten von leseschwachen Schülerinnen und Schülern in besonderer Weise gerecht wird. Mit diesem Verfahren konnten auch schwerwiegende Lesestörungen erfolgreich behandelt werden. Die Schulung und Supervision der beteiligten Förderkräfte erfolgt durch Herrn Dipl. Psych. Andreas Hunke, den Leiter des Instituts.

Herr und Frau S. (Eltern) aus Marl: "Unser Sohn M. litt unter einer äußerst schwerwiegenden Lesestörung und drohte Analphabet zu bleiben. Nach einer individuellen Fördermaßnahme mit dem Recklinghäuser Lese- Schreibaufbau gehört M. heute zu den guten Lesern in seiner Klasse."

Herr Karla, Konrektor der Harkortschule in Marl: "Der Schüler M. B. hat mit Hilfe einer Einzelförderung im i-punkt Institut für Lese- Rechtschreibförderung seine immensen Leseschwierigkeiten weitgehend überwunden."

Bildungschancen für jedes Kind

Die Teilnahme am Projekt „Ich kann lesen“ ist unabhängig von der sozialen Herkunft der Schülerinnen und Schüler. Einzig und allein das Ausmaß der Defizite entscheidet über die Aufnahme. Laut PISA-Studie ist Schulerfolg in Deutschland in überdurchschnittlichem Maß abhängig von sozialen Faktoren. Wir möchten mit dem Projekt „Ich kann lesen“ die Bildungschancen jedes Kindes ungeachtet seiner Herkunft wahren.

Wöchentliche Dokumentation im Internet

Das Projekt "Ich kann lesen" ist unseres Wissens in dieser Form bisher einzigartig in Deutschland. Wir veröffentlichen es unter Wahrung datenschutzrechtlicher Bestimmungen im Internet. Diagnostik und konkrete Fortschritte einzelner Schülerinnen und Schüler dokumentieren wir wöchentlich und machen Förderplanung und -verlauf so bundesweit nachvollziehbar.

Projektteam & Projektkosten

Das Projektteam besteht aus folgenden Personen:

  • Herr Bernd Schmidtke, Rektor der Grundschule an der Hohenzollernstraße
  • Frau Pass, Konrektorin der Grundschule an der Hohenzollernstraße
  • Herr Dipl. Psych. Andreas Hunke, Leiter des i-punkt Instituts für Lese-Rechtschreibförderung
  • Frau Bergmann und Frau Schmalstieg, Lehrerinnen der Grundschule
  • Frau Kleibrink aus dem Team der Ganztagsbetreuung

Wir veranschlagen für das Projekt Kosten von ca. € 10.000. Die „Aktion Mensch“ stellt im Rahmen ihres Programms 5000xZukunft € 5.000 zur Verfügung. Wir bedanken uns bei der „Aktion Mensch“ sehr herzlich für die Ermöglichung des Vorhabens. Der Rest der Projektkosten wird aus Eigenmitteln (v.a. ehrenamtliche Tätigkeit) bestritten.

Wie geht es weiter?

Im Laufe des Projektes erwerben die beteiligten Förderkräfte immer mehr fachliche Kompetenzen bezüglich der Diagnostik und Förderung bei Leseschwierigkeiten. In der Zeit nach dem Modellprojekt soll die individuelle Leseförderung unter nur noch gelegentlicher Inanspruchnahme der fachlichen Begleitung aus dem i-punkt Institut zu einem schulischen Regelangebot werden, das dann mit niedrigerem finanziellen Aufwand (ca. € 2.000) realisiert werden kann. So bleibt das Projekt keine "Eintagsfliege", sondern wirkt zukunftsweisend.

Zeitplanung

Januar -
Februar 2006

  • Informationsveranstaltung für Eltern und Lehrer
  • Schulung der Förderkräfte aus der Lehrerschaft bzw. dem Team der Ganztagsbetreuung
  • Eingangsdiagnostik

Lese- Rechtschreibtests in allen 2. und 3. Klassen

Lesen : Würzburger Leise Leseprobe (WLLP)
Schreiben : Weingartener Rechtschreibtest (WRT 1+)
Hamburger Schreibprobe (HSP 3)

Auswahl von sechs Schülerinnen und Schülern mit stark unterdurchschnittlichen Testergebnissen

  • Differentialdiagnostik bei den Auswahlschüler/innen

Gespräche mit Eltern und Lehrern
Ausschluss anderer Ursachen als LRS
Zuweisung der Schüler/innen an die Förderkräfte

Feb. 2006
- Dez. 2006

  • Förderung mit dem Recklinghäuser Lese- Schreibaufbau

Die Schüler/innen erhalten wöchentlich eine Förderstunde. Die Förderkräfte erhalten jeweils eine Supervisionsstunde pro Woche. Themen:

  • Individuelle Lernzielfestlegung für jede/n Schüler/in
  • Vor- und Nachbesprechung jeder Förderstunde
  • Nach Bedarf erfolgt eine Einbeziehung der Eltern und/oder Lehrer/innen

Jan. 2007
  • Abschlussdiagnostik/Evaluation

Lese- und Rechtschreibdiagnostik

Lesen : Würzburger Leise Leseprobe (WLLP)
Schreiben : Hamburger Schreibprobe (HSP 3)
Diagnostischer Rechtschreibtest (DRT4)