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Zum Förderkonzept

  i-punkt
Institut für Lese-
Rechtschreibförderung

Hubertistr. 21
48155 Münster
Teil.: 0251 - 63 211
Wie wird im i-punkt Institut gefördert?

Leider ist eine Legasthenie nicht vergleichbar mit einer Entzündung, die in einer relativ kurzen Zeit mit einem Medikament beseitigt werden kann. Eine Legasthenie ist im engeren Sinne nicht heilbar.

Trotzdem ist eine wirksame Hilfe möglich, die allerdings von allen Beteiligten Geduld und Arbeit erfordert.

Im i-punkt Institut arbeiten wir mit einem speziell für Legastheniker konzipierten Lese- Schreibaufbau, der drei zentrale Fördersegmente enthält:

Schwierigkeitstufen mit Beispielwörtern Die Basis

60 % aller Wörter des deutschen Grundwortschatzes sind lauttreu. Man schreibt sie wie man sie spricht.

Dieses Wortmaterial gliedert sich in
neun Schwierigkeitsstufen.

Jede Stufe beinhaltet weitere kleine Lernschritte.

Stufe 9 Strumpf
Stufe 8 Knolle
Stufe 7 Frieden
Stufe 6 ab hier Texte
Stufe 5 Zapfen
Stufe 4 Bürger
Stufe 3 Boden
Stufe 2 Insel
Stufe 1 Nase


Rechtschreibregeln

Die Regeln

30 % aller Wörter
des deutschen Grundwortschatzes sind nicht lauttreu.

Ihre Schreibweise folgt einer
Rechtschreibregel.

 

 

Wortfamilien
Ableitungen
Groß-Kleinschreibung
Endbausteine
Anfangsbausteine
Wortstämme

Beispiele Die Ausnahmen

10 % aller Wörter des deutschen Grundwortschatzes sind nicht lauttreu.
Die Schreibweise folgt keiner oder einer sehr schwierigen Regel
Wörter mit Doppelvokal

Wörter mit
Dehnungs-h

 

Je nach Bedarf bezieht sich die Förderung mehr auf das Lesen oder auf das Schreiben. Im Zweifelsfall hat die Förderung der Lesekompetenzen Vorrang.

Eine Förderung im i-punkt Institut beginnt für die ersten zehn Stunden immer als eine Einzelförderung. Nach diesen ersten zehn Stunden erfolgt ein Zwischenbilanzgespräch. Alle Beteiligten erörtern gemeinsam, ob die Förderung weitere Erfolge verspricht und fortgesetzt werden soll. Dies kann weiterhin als Einzelförderung oder in einer Zweiergruppe geschehen. Nach unseren Erfahrungen sind wirksame Fördererfolge in größeren Gruppen nur schwer zu erzielen.

Jeder Förderbereich wird nun näher erläutert.

Die Basis

Zunächst gilt es, die zentralen und wichtigsten Basisfertigkeiten für den erfolgreichen Erwerb der deutschen Schriftsprache zu vermitteln:

Die zentrale Basisfertigkeit für das Schreiben

Der Schüler muss gesprochene Wörter präzise in Einzellaute oder Silben zerlegen und diese den entsprechenden Buchstaben zuordnen können.

Die zentrale Basisfertigkeit für das Lesen

Der Schüler muss einzelne Buchstaben oder Buchstabengruppen (Silben) präzise und schnell in Laute oder Lautfolgen umwandeln können.

Zu Beginn jeder Förderung werden genau diese Basisfertigkeiten sehr intensiv geschult.

Die Schüler erwerben zahlreiche wirksame Techniken, die ihnen flüssiges und genaues Lesen sowie korrektes Schreiben ermöglichen. Vor allem die Techniken der Silbensegmentierung und des Sprechschreibens erweisen sich immer wieder als überaus nützlich bei der Überwindung von Lese- Rechtschreibstörungen.

Für alle Übungen gilt das bewährte Prinzip „vom Leichten zum Schwierigen“. Wenn ein Lernschritt hinreichend sicher beherrscht wird, kann zum nächsten übergegangen werden.

Leider lassen sich hier auf Grund des begrenzten Platzes nicht jeder Lernschritt und jede Schwierigkeitsstufe einzeln abbilden. Unter Projekte wird ein typischer Förderverlauf detailliert dokumentiert.

Wenn ein Schüler das Basisprogramm erfolgreich abgeschlossen hat, beherrscht er die Grundlagen der deutschen Schriftsprache. Er sollte zu diesem Zeitpunkt einigermaßen flüssig lesen und sicher lauttreu schreiben können.

 

Die Regeln

Nun kann die Förderung auch Wortmaterial einbeziehen, das nicht lauttreu ist. Diese Wörter werden aufgrund bestimmter Regelhaftigkeiten anders geschrieben als man sie spricht.

Nacheinander erwirbt der Schüler die deutschen Rechtschreibregeln. Dabei helfen ihm die Kenntnisse und Techniken, die er im Basisprogramm erworben hat.

Jede Regel wird zunächst ausführlich erklärt. Dann folgt eine Übungsphase, die im Normalfall so lange andauert bis die Regelbefolgung ein automatisierter Bestandteil des Schreibens geworden ist.

Nun können die letzten 10 % des Förderprogramms in Angriff genommen werden. Manchmal sind die Rechtschreibleistungen mit dem Abschluss des Regelbereiches schon befriedigend, so dass die Förderung beendet werden kann.

Die Ausnahmen

In diesem Teil des Förderprogramms werden besondere Schwierigkeiten und Ausnahmetatbestände der deutschen Rechtschreibung behandelt. Diese betrifft vor allem das Dehnungs-h und die Doppelvokale. In diesem Fördersegment steht das Abspeichern besonderer Schreibweisen im Vordergrund. So müssen zum Beispiel alle deutschen Wörter mit dem Doppelvokal a auswendig gelernt werden. Es sind dies in alphabetischer Reihenfolge: Aal, Aas, Haar, ein paar, das Paar, Saal, Saat, Staat, Waage

Zudem gilt es, verwandte Wörter als solche zu erkennen, wie zum Beispiel: Haarbürste, behaart, haarig, haarklein, Haaresbreite, Haarnadel, Haarspalterei etc..

Die Psychologie des Fördererfolges

Im i-punkt Institut werden Schüler nicht nur individuell mit einem systematischen Lernprogramm gefördert, sondern auch in ihrer psychischen Entwicklung positiv unterstützt.

Schüler mit einer Lese- Rechtschreibstörung leiden oft erheblich unter ihren Schwierigkeiten. Sie müssen erleben, dass sie trotz ihrer teilweise sehr großen Anstrengungen den Anschluss immer mehr verlieren. Ein Misserfolg reiht sich an den nächsten. Nicht selten kommt es zu psychischen Beeinträchtigungen. Die Kinder entwickeln unter Umständen

  • starke Schulängste,
  • psychosomatische Beschwerden,
  • Verhaltensaufälligkeiten,
  • Gefühle der Hoffnungslosigkeit

Ihre Gedanken kreisen möglicherweise darum, für ihre Eltern nur eine einzige Enttäuschung und deshalb nichts wert zu sein.

Im i-punkt Institut holen wir den Schüler dort ab wo er mit seinen Fähigkeiten gerade steht. Mit unserem behutsamen Vorgehen sorgen wir dafür, dass der Schüler zahlreiche Erfolgserlebnisse erfährt und so neuen Mut schöpfen kann. In jeder Förderstunde soll beim Schüler das Gefühl entstehen „Das habe ich gut gemacht. Ich kann also doch etwas und werde es schaffen.“

Das i-punkt Institut wird so zu einem Ort des Erfolgs und zu einem Ort des Lernens ohne Angst.

Neben der Arbeit mit dem Schüler ist die Zusammenarbeit mit den Eltern und gegebenenfalls der Schule ein wichtiger Baustein der Förderung. Hier geht es vor allem darum, Verständnis für die Lage des Schülers zu vermitteln und Wege aufzuzeigen, um die Lese- Rechtschreibproblematik und ihre Folgen zu lösen.

Die Förderdauer

Die Dauer einer Förderung ist individuell sehr unterschiedlich. Sie hängt von mehreren Faktoren ab:

  1. dem Schweregrad der Störung
  2. dem festgelegten Förderziel (Dieses kann von der Verhinderung von Analphabetismus bis zu befriedigenden Leistungen in der gymnasialen Oberstufe reichen)
  3. der Arbeitsmotivation und -disziplin des Schülers und der Eltern (Der Förderprozess wird durch gewissenhafte Erledigung von Hausaufgaben sehr wirksam unterstützt)
  4. anderen Problemen, die den Fördererfolg erschweren (ADHS, schwierige Familienkonstellationen etc.)

In aller Regel dauert eine erfolgreiche Förderung auch unter günstigen Bedingungen mindestens ein Jahr. Im Durchschnitt ist mit einer Förderdauer von zweieinhalb Jahren zu rechnen.